Adhärenz – Verbesserung der Therapietreue in der ärztlichen Praxis
Damit auch Asthma-Patienten maximal von der Therapie profitieren

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Autor: Dr. Justus de Zeeuw, Pneumologische Praxis am MVZ Gysan/Heinzler/May, Köln

Gültigkeitsdauer: 01.05.2018-01.05.2019

Mit freundlicher Unterstützung von Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG.

Zertifiziert bei der Bayerischen Landesärztekammer mit bis zu 4 CME-Punkten

Kategorie I

Bearbeitungszeit: 90 Minuten

Teilnahme ist kostenfrei

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technische Voraussetzungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung:  »Medikamente wirken nicht bei Patienten, die sie nicht einnehmen.« Diese sehr einfache und logische Feststellung von C. Everett Koop, M.D., beschreibt in wenigen Worten den Kern des für alle Fachbereiche der Medizin wichtigen Themas der Therapietreue. Häufig werden hierfür die Begriffe Compliance und Adhärenz synonym verwendet, doch nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheiden sich beide in einem wesentlichen Punkt: Die Compliance beschreibt das Ausmaß, in welchem ein Patient medizinische Instruktionen befolgt, die vom Arzt festgelegt wurden. Im Gegensatz dazu bezeichnet Adhärenz das Ausmaß, in dem ein Patient medizinische Instruktionen befolgt, die in Übereinstimmung von Patient und Arzt festgelegt wurden. Nach der Einschätzung der WHO beträgt die Adhärenz bei Langzeittherapien chronischer Erkrankungen in Industrienationen durchschnittlich lediglich etwa 50 %. Unterschiedliche Studien ergaben beispielsweise für Asthma bronchiale Adhärenzraten zwischen 30 und 70 %, abhängig von den zugrunde liegenden Messmethoden und Patientengruppen. Die REALISE-Studie zur Untersuchung der Asthma-Kontrolle bei 8.000 europäischen Patienten zeigte, dass mehr als die Hälfte der Asthma-Patienten, die einen Inhalator zur Dauermedikation besitzen, diesen nicht – wie verordnet – täglich nutzen. Dabei hat die Adhärenz eine gravierende Bedeutung für die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Therapie. So übt laut WHO eine Verbesserung der Adhärenz wahrscheinlich einen weitaus größeren Effekt auf die Gesundheit der Bevölkerung aus als jede Verbesserung spezieller medikamentöser Behandlungen. Im Falle von Asthma geht eine Untersuchung davon aus, dass 24 % der Exazerbationen und 60 % der Asthma-bedingten Hospitalisierungen einer schlechten Adhärenz zugeordnet und durch eine Verbesserung der Adhärenz vermieden werden können. Ebenso ist bei der Langzeittherapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) eine Adhärenz von weniger als 80 % mit einem signifikant erhöhten Mortalitätsrisiko und häufigeren Exazerbations-bedingten Krankenhausaufenthalten assoziiert. Darüber hinaus hat die Adhärenz auch eine ökonomische Bedeutung, entstehen doch beträchtliche Kosten durch vermeidbare Kranken-hausaufenthalte und Notaufnahmebesuche. Schließlich wird die Rolle der Adhärenz bei der Asthma-Therapie auch in den internationalen Empfehlungen der Global Initiative of Asthma (GINA) sowie der nationalen Versorgungsleitlinie deutlich, da wiederholt auf die Relevanz einer guten Adhärenz als Grundlage für den Therapieerfolg hingewiesen wird. Vor einer Änderung oder Eskalation der Therapie sollte demnach immer auch die Adhärenz überprüft werden. Wird dieser Grundsatz nicht beachtet, kann dies zu einer unnötigen Erhöhung des Risikos von Nebenwirkungen und Steigerung der Budgetbelastung führen.

Die vorliegende zertifizierte Fortbildung soll deshalb das Bewusstsein für das Thema Adhärenz schärfen. Zum einen werden die unterschiedlichen Gründe für fehlende Adhärenz erläutert und zum anderen wird ein Repertoire an sehr praxisorientierten Strategien zur Verbesserung der Adhärenz angeboten. Auf dieser Grundlage können zukünftig leicht patientenindividuelle Maßnahmen ergriffen werden.

 

 

 

 

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